Vorwort

Das ABC der guten Schule von Otto Herz

Was bedeutet Lernen allgemein?

Unter Lernen versteht man den bewussten und unbewussten, individuellen oder kollektiven Erwerb von geistigen, körperlichen, sozialen Kenntnissen und Fertigkeiten oder Fähigkeiten. Lernen kann außerdem als ein Prozess einer stabilen Veränderung des Verhaltens, Denkens oder Fühlens aufgrund von Erfahrung oder neu gewonnenen Einsichten aufgefasst werden.

Was bedeutet Lernen für uns?

Über die eigentliche Definition des Lernens hinaus ist uns, dem Team der Grundschule Attandarra, wichtig, Kindern ihren Lernprozess bewusst zu machen. Denn intelligentes Wissen fängt da an, wo erlerntes Wissen über das Gedächtnis nicht mehr greift und Lösungen kompetent rekonstruiert werden.

Aus diesem Grund findet Lernen bei uns auf verschiedene Weise statt:

  • Handlungsorientiertes Lernen
  • Anwendungsorientiertes Lernen
  • Lernen mit allen Sinnen
  • Entdeckendes Lernen
  • Problemorientiertes Lernen
  • Individualisiertes Lernen
  • Lernen in Bewegung
  • Selbstständiges Lernen
  • Fächerübergreifendes Lernen
  • Klassenübergreifendes Lernen

Wie lernen und arbeiten wir in unserer Schule?

Das Kollegium der Grundschule Attandarra hat sich bisher für die Umsetzung des jahrgangsbezogenen Lernens entschieden.

Im Gesamtteam wird zurzeit das jahrgangsübergreifende Lernen in den Jahrgängen 1 und 2 diskutiert. Bis zum Schuljahr 2015/16 soll eine Entscheidung getroffen werden, ob die jahrgangsübergreifende Eingangsstufe eingeführt wird.

Zu diesem Zweck planen wir für das Schuljahr 2014/15 die Hospitation an Schulen, die jahrgangsübergreifend unterrichten, im Team mit zwei Kollegen/innen, pädagogischen Mitarbeitern/innen und interessierten Eltern.

Eine schulinterne Lehrerfortbildung soll den Entscheidungsprozess unterstützen und dem Lehrerkollegium der Schule Fragen beantworten und Unsicherheiten nehmen.

Seit dem Schuljahr 2012/13 sind Teamstrukturen in der Organisation umgesetzt worden.
Das bedeutet, dass zum Teil zwei Pädagogen und Pädagoginnen für die Klassenleitung verantwortlich sind. Sie unterstützen sich im Co-Teaching, sind für alle Kinder einer Lerngruppe verantwortlich und gestalten gemeinsam die Zusammenarbeit mit Eltern.
In den Klassen, in denen Gemeinsames Lernen gestaltet wird, sind beide Lehrkräfte gleichermaßen für das Lernen und die Forderung oder Förderung aller Kinder verantwortlich. Dabei profitieren die Kinder und die Erwachsenen jeweils von den Kenntnissen und Fähigkeiten des Anderen.
In den kommenden Schuljahren werden diese Strukturen verstärkt, damit die Ressource unserer Schule optimal genutzt und allen an Schule Beteiligten zur Verfügung gestellt wird.

Ein Schwerpunkt unserer Schulentwicklung ist der Weg zur inklusiven Schule.
Die Entwicklung eines inklusiven Schulkonzeptes ist nie beendet. Sie unterliegt dem Bedarf der Schule und der wiederum ist abhängig von den Menschen, die in der Schule lernen und arbeiten.
Das Konzept wird durch die Arbeitsgruppe „Gemeinsames Lernen“ regelmäßig evaluiert und ggf. überarbeitet. Die Ergebnisse der Gruppe gehen in die Mitwirkungsgremien der Schule ein, die Lehrerkonferenz und die Schulkonferenz.
Mit dem Entstehen eines Schülerparlamentes wird auch dieses Gremium in den Prozess mit einbezogen.

Seit Beginn des Schuljahres 2013/14 haben wir im Lehrerkollegium drei Sonderpädagogen/innen und zwei weitere Lehrkräfte mit dem Auftrag zur sonderpädagogischen Förderung.
Sie sind in die Klassenlehrerteams eingebunden und unterstützen das Gemeinsame Lernen im Team mit den Regelschullehrkräften.
Alle am Gemeinsamen Lernen beteiligten Lehrkräfte treffen sich einmal im Halbjahr, um die sonderpädagogische Förderung gemeinsam zu planen und organisatorische Strukturen festzulegen. Die Schulleiterin moderiert diese Treffen und stellt die entsprechende Ressource zur Verfügung. Das Gemeinsame Lernen wird so nicht von Einzelnen, sondern durch eine Gruppe getragen.

In unserer Schule finden sich ALLE Kinder, also auch die mit sonderpädagogischem Förderbedarf, wieder. Zurzeit besuchen Kinder mit den Förderschwerpunkten Emotional-soziale Entwicklung, Geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation, Körperlich-motorische Entwicklung, Lernen  und Sprache unsere Schule.
Inklusiver Unterricht wird zielgleich oder zieldifferent durchgeführt.
Zielgleicher Unterricht (Förderschwerpunkte: Emotional-soziale Entwicklung, Hören und Kommunikation, Körperlich-motorische Entwicklung, Sehen und Sprache) bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler nach den allgemeinen Richtlinien und Lehrplänen der Grundschule unterrichtet werden.
Zieldifferent geförderte Kinder (Förderschwerpunkte: Geistige Entwicklung und Lernen) erhalten Fördermaterialien, die ihnen das Lernen in angepassten Schritten bei angepasstem Lerntempo mit regelmäßiger Unterstützung durch die Sonderpädagogin ermöglicht. Grundlage für einen zieldifferenten Unterricht sind die Richtlinien und Lehrpläne der entsprechenden Förderschule.

All diese Aufgaben können nur erfüllt werden, wenn

  • die Schule gleichzeitig auch Lebens- und Erfahrungsraum ist,
  • Unterricht nicht nur bloße Wissensvermittlung ist,
  • neben fachlichen Kenntnissen überfachliche Kenntnisse und Fähigkeiten, sowie anwendungsbezogenes Wissen vermittelt werden,
  • sich die Aufgaben an den unterschiedlichen Lernmöglichkeiten der Kinder orientieren, damit diese Individualität entfalten und eigene Identität entwickeln können,
  • die Lernfreude erhalten und gefördert wird,
  • neue Formen der Leistungsbeurteilung als notwendige Orientierungen dienen und nicht nur Ergebnisse gewertet werden,
  • die Kinder vielfältige soziale Erfahrungen sammeln,
  • in offenen Unterrichtsformen wie Arbeitsplan- und Projektarbeit, im Lernen an Stationen und in Werkstätten das selbstgesteuerte und auch gemeinsame Lernen dem Aufbau einer Lernkompetenz dient.

Unsere Schule soll unseren Kindern Raum und Zeit geben, ihre individuellen Fähigkeiten früh und grundlegend zu entfalten. Dabei soll die Lust am Lernen als Basis für lebenslanges Lernen erhalten oder geweckt werden. Unabhängig von Herkunft und Milieu sollen alle Kinder die Chance haben, gleichberechtigt, mündig und verantwortlich am Leben in der Gesellschaft teilzuhaben. Dies verlangt nach einem besonderen Schulleben, nach einer veränderten Schulaufnahme, nach offenen Unterrichtsformen und integrierter Zusammenarbeit aller Professionen der Schule, Regelschullehrer/innen, Sonderpädagogen/innen, Sozialpädagogen/innen und allen anderen pädagogischen und organisatorischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, um qualitativ hochwertiges Lernen zu gewährleisten.

Die Umsetzung dieser Vision in die Praxis findet sich in der Festschreibung vieler Konzepte, die in unserem Schulprogramm zusammengefasst sind.

Termine

Gemeinschaftsgrundschule
Attandarra


Mail: 183970@schule.nrw.de

Standort Südwall
Südwall 68   |   57439 Attendorn
Tel.: 0 27 22 / 2003
Fax: 0 27 22 / 56 01

Standort Stürzenberg
Am Stürzenberg 2   |   57439 Attendorn
Tel.: 0 27 22 / 63 12 96
Fax: 0 27 22 / 56 01