WDR Filmteam dreht Doku über Anna

WDR Filmteam dreht Doku über Anna.

Der WDR war zu Besuch bei Anna in Attendorn

 

Anna hat nur ein halbes Herz -Hypoplastisches Linksherzsyndrom- (HLHS) und lebt dennoch ein volles Leben.

Der WDR war bereits vor 1,5 Jahren bei Anna und berichtete in der Lokalzeit Siegen über ihren außergewöhnlichen Herzfehler und den damit verbundenen Weg. Sie wurde bereits drei mal am offenen Herzen operiert und hat schon mehrere Herzkatheter hinter sich. Bei all den Eingriffen handelt es sich um palliative Lösungen und nicht um eine Heilung.

Anna ist heute 8 Jahre alt und besucht die 3. Klasse der Attandarra Gemeinschaftsgrundschule. Das Team des WDR´s wollte sich ein Bild von Annas Alltag machen und wie sie mit ihrer nach außen nicht sichtbaren Beeinrächtigung umgeht und zurechtkommt.

Die Attandarra Schule ist eine Schule, an der Inklusion nicht nur ein Versuch ist, hier wird Inklusion gelebt.

Annas Eltern gehen mit ihrem Schicksal sehr offen um und hofften, für ihre Tochter eine Schule zu finden, in der ihr nicht von Dritten -durch deren Ängste- Grenzen aufgezwungen werden. Von Anfang an, war das gesamte Team der Schule über Annas Gesundheitszustand informiert und wusste, worauf es zu achten hat. Für Fragen ist die Familie immer offen, nur so kann für Anna ein sicherer Raum geschaffen werden.

Wenn chronisch kranke Kinder in die Schule gehen, geben die Eltern die Verantwortung für diesen Zeitraum an andere Personen ab. Es braucht großes Vertrauen in andere Menschen, die in dieser Zeit des Tages auf das Kind achten. Genau dieses Vertrauen hat Annas Familie in der Schulform und dem Team der Attandarra-Gemeinschaftsgrundschule gefunden. Das Inklusionskonzept umfasst nicht nur, wie bei vielen anderen Schulen, den vormittäglichen Unterricht, sondern erstreckt sich auch über die Projekte am Nachmittag, die Anna somit auch ohne größeren Aufwand besuchen kann. Es ist immer genügend Personal anwesend, um Kindern mit besonderen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Da Anna vor allem in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, hat der WDR eine Sportstunde ihrer Klasse begleitet. Anna ist trotz ihrer Erkrankung sehr aktiv und möchte gern mit ihren Mitschülern mithalten, aber es kommt der Moment, an dem ihr Herz das Tempo vorgibt und sie langsamer bzw. eine Pause machen muss. Natürlich sind es genau diese Momente, die ihr ihre Behinderung deutlich machen und sie traurig ist, aber ihre Mitschüler lassen sie in diesen Situationen nicht allein. Sie bauen Anna dann auf und   zählen ihr auf, was sie alles trotz halbem Herzen kann. Es ist beeindruckend, wie selbstverständlich Zusammenhalt bei Kindern funktionieren kann.

Viele Kinder mit HLHS werden auf Grund ihrer körperlichen Einschränkung von der Sportnote befreit, nicht aber an der Attandarra Schule. Hier hat man sich in enger Abstimmung für eine besondere Form des Nachteilsausgleichs entschieden. Anna wird lediglich für weitere Kompetenzen, die im Sportunterricht wichtig sind, beurteilt, wie z.B. Engagement und Teamfähigkeit. Der Teil der körperlichen Leistung entfällt, da diese nicht mit der eines gesunden Kindes vergleichbar ist. Dieses Splitten hat den Vorteil, dass Anna weiterhin motiviert ist, am Sportunterricht teilzunehmen, denn Sport ist in Maßen auch für ein halbes Herz förderlich.

 

Das offene Lernkonzept der Schule, ermöglicht den Lehrern, die Wochenpläne der Kinder individuell anzupassen und auf die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen einzugehen. Das Lehrerteam hat sich in Absprache mit den Eltern entschieden, auch Annas Lernplan anzupassen. Durch die langen Operationen während denen Anna an einer Herz-Lungen-Maschine hing, weist sie nun leichte Konzentrationsschwierigkeiten auf.

Jedes Kind ist anders und an der Attandarra-Schule darf es das auch sein.

Das Besondere an Anna kann man nicht auf Anhieb erkennen, sie ist für Fremde wie jedes andere Kind.

Sie ist ein aufgewecktes, fröhliches, glückliches Mädchen, das das Filmteam auch zu Hause um den Finger wickelt. Hier erzählt dann Mama Julia von den schönen und den weniger schönen Momenten seit Annas Geburt. Wie viel Kraft es mitunter braucht, um der Angst nicht das Zepter zu überlassen. Wie sie immer wieder versucht, ihre Tochter unbeschwert in den Tag zu schicken. Vieles hat sich in ihrem Leben mit Annas Diagnose verändert. Oft beneidet sie Eltern von gesunden Kindern um deren Unwissenheit und Unbeschwertheit. Niemand sollte 8 Stunden vor der OP Tür warten müssen, während dahinter das Herz des eigenen Kindes still steht oder auf der Kinderintensivstation täglich mit dem Tod anderer Kinder konfrontiert werden. Diese Momente verändern nachhaltig die Einstellung zum Leben und lassen einen anders über das Wort Glück nachdenken.

Julia P. ist nach Annas Geburt nicht in ihren alten Beruf als Büroleitung zurück gekehrt, war Annas Zukunft doch zu ungewiss.

Sie hat sich nebenberuflich selbständig gemacht und die Marke Rumpelherzchen (www.rumpelherzchen.de) gegründet. Sie näht farbenfrohe Accessoires, die das Leben etwas bunter machen. Einen Teil des Umsatzes spendet sie an den Fontanherzen e.V., der sich um Kinder mit halbem Herzen und deren Familien kümmert. Somit kann sie ihre Zeit frei einteilen und Anna unterstützen wo auch immer notwendig.

Ihr größter Wunsch ist es, dass Anna auch weiterhin glücklich und unbeschwert aufwachsen kann und sie nicht eines Tages durch ihre Besonderheit Ausgrenzung erfährt und an den Rand der Gesellschaft geschoben wird. Denn gemeinsam ist die Welt ein bisschen bunter.


 - verfasst von Annas Mutter in Zusammenarbeit mit der Attandarra-Schule - 

 

Der Beitrag wird am Dienstag, 10.12.2019 ab 19.30 Uhr in der WDR Lokalzeit Südwestfalen zu sehen sein.

Termine

Gemeinschaftsgrundschule
Attandarra


Mail: 183970@schule.nrw.de

Standort Südwall
Südwall 68   |   57439 Attendorn
Tel.: 0 27 22 / 2003
Fax: 0 27 22 / 56 01

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Am Stürzenberg 2   |   57439 Attendorn
Tel.: 0 27 22 / 63 12 96
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